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Ein Auslandspraktikum in Barcelona über Erasmus

Lukas, Timo, Soraya und Marie im Park Güell

Ein Bericht von Marie, Soraya, Lukas und Timo, Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Sozialpädagogische/r Assistent/in und der Fachschule Sozialpädagogik

 

Vom 17.03.2018 bis zum 05.04.2018 haben insgesamt zwei Schüler und zwei Schülerinnen des Fachbereichs Sozialpädagogik eine unvergessliche Zeit in Barcelona erlebt. Im Rahmen von Erasmus + (Lernaufenthalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung) haben wir finanzielle Unterstützung erhalten und dadurch wurden 18 Tage in Barcelona für uns möglich.

 Ein Auslandspraktikum in einem katalanischen Kindergarten stand für uns als  werdende Erzieher an. Der Kindergarten ‚Kinder‘ befindet sich im Stadtteil „Poble Nou“. Der Kindergarten hat im Stadtteil verteilt mehrere Standorte und besteht aus verschiedenen Gruppen, in denen jeweils unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Wir Auszubildenden wurden in englische, katalanische und deutschsprachige Gruppen eingeteilt. Ganz automatisch schulten wir unsere vorhandenen Sprachkenntnisse  und waren sehr glücklich darüber, vorher für ca. 6 Monate einen Spanisch Sprachkurs erhalten zu haben. In den verschiedenen Gruppen werden Kinder gleichen Alters betreut. So gibt es z.B. eine Gruppe mit Vorschulkindern und eine Gruppe mit Babys.  Während unserer Zeit vor Ort erhielten wir Einblicke in den Kindergartenalltag  einer katalanischen Einrichtung. Schnell stellten wir fest, dass eindeutige Unterschiede zwischen den Einrichtungen in Deutschland und in Spanien zu bemerken sind: angefangen bei der täglichen Siesta (Mittagsruhe) für alle und aufgehört beim täglichen Spaziergang im Stadtteil, der auch an den Strand führen kann. Alle Kinder halten sich ganz selbstverständlich hintereinander an einer lange Leine fest, wenn sie im Ort spazieren und somit Neues entdecken und lernen. Doch das Interessanteste an diesem Auslandsaufenthalt war, sich auf die andere Mentalität, auf andere Gewohnheiten einzulassen und von der Gesellschaft dort zu lernen. Ebenso war es für uns als angehende Erzieher besonders wichtig, einen Einblick in die dortige Erziehung und den Umgang mit den Kindern dort zu erlangen.

Gemeinsam lebten wir in einer Wohnung und haben gelernt,

- unseren Alltag mit Arbeit (täglich 8 Stunden), Verpflegung und Freizeitgestaltung zu organisieren,

-  unser Geld einzuteilen,

- uns in einer fremden Stadt mit  geringen spanischen Sprachkenntnissen zurechtzufinden,

- gemeinsam Probleme zu bewältigen

- und schwierige Situationen selbstständig zu meistern.

Das Geschehen um uns herum wahr- und aufzunehmen war für uns von großer Bedeutung. Wir genossen die Zeit in diesem Land sehr und gestalteten unsere Freizeit nach unseren Interessen und wie wir es gerne wollten. Wir besuchten das Wahrzeichen von Barcelona: die atemberaubende Kirche von Gaudi, die ‚Sagrada Familia‘. Wir schlenderten über den Placa Catalunya, verweilten nach unserem Arbeitstag am Strand in unserem Heimatort Sant Adria de Besos und genossen die Aussicht auf den Tibidabo. Den künstlerischen Parc Güell, welcher auch von Gaudi gestaltet wurde, besuchten wir zum Ende unserer Zeit in Barcelona. Gemeinsam mit vielen Bekannten, die wir dort kennengelernt haben, ließen wir die Abende ausklingen.

Wir sind froh darüber, dass wir  eine so einmalige Gelegenheit genutzt und unsere Koffer gepackt haben. Wir haben sehr viele, sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Auch möglicherweise nicht so schöne Momente können wir nun belächeln und sagen, dass gerade diese uns stärker gemacht haben. Wir haben unseren Mut gefunden und sind motivierten als je zuvor. Wir profitieren von diesem Aufenthalt in Barcelona und vermissen diesen Ort sehr.  Die Zeit dort hat uns in unserer Persönlichkeit gestärkt und wir haben Ideen und Anregungen aus dem Kindergartenalltag mitnehmen können.

Wir vier können nur für einen Austausch sprechen, da man so Erfahrungen sammeln kann, die hier in dieser Intensität und im ‚normalen‘ Alltag nicht möglich wären.

Wenn es also wieder heißt: „Wer möchte nach Barcelona?“ zögert nicht lange!

Es lohnt sich!

 

1643 Kilometer fern ab der Normalität

(von links nach rechts) Vanessa, Svea, Inga, Svenja, Nicole, Hannes, Cheyenne, Victoria

-Pilotprojekt Barcelona 2016-

Wir haben uns getraut. Am 25.4. 2016 hieß es Barcelona wir kommen! Als Testgruppe fuhren wir mit Unterstützung des Erasmus-Projektes in einen spanischen Kindergarten. Für uns acht Schülerinnen und einen Schüler war die Zeit gekommen um sich erstmals von der Familie und den Freunden zu verabschieden und sich auf eine unerwartete Reise zu begeben.  Für insgesamt acht Wochen arbeiteten und lebten wir in einer neuen Stadt mit ungewohnten Sitten und ungewöhnlichen Strukturen. Wir haben in einer Wohnung im Stadtteil „Sants“ gewohnt und haben uns zu zweit oder dritt ein Zimmer geteilt. Nur unserem „Hahn im Korb“ überließen wir ein Einzelzimmer. Das Spanien nicht gleich Deutschland ist wurde uns zum erstem Mal bewusst als wir die Wohnung sahen. Die Hygiene ließ zu wünschen übrig und die Ausstattung war sehr spartanisch. Nach einiger Zeit konnte man sich allerdings mit den Umständen anfreunden und man machte sich die Wohnung so schön wie möglich. Einen Tag nachdem wir angekommen waren, ging es auf zur neuen Einrichtung. Wir waren alle sehr gespannt da es hieß, dass die Einrichtung stark nach der Pädagogik von Maria Montessori arbeitet. Wir haben uns sehr auf die Einrichtung gefreut und waren gespannt in welche Gruppen wir kommen und wie die Kinder sind. Die Gruppen arbeiten sehr unterschiedlich und eine einheitliche Pädagogikform gab es, wie wir feststellen mussten, leider nicht. Anders als vorher angekündigt, wurden nicht alle in spanischen Gruppen eingesetzt sondern kamen zum Teil in deutschsprachige Gruppen. Andere kamen in englischsprachige Gruppen. Die Grundvoraussetzungen waren somit nicht einheitlich und erschwerte einigen die Erfüllung der Anforderungen aus Deutschland. Die Gruppen im Allgemeinen bestanden aus ca. 10-20 Kindern die alle im gleichen Alter waren. Aber auch hier gab es in machen Gruppen Ausnahmen und es wurde altersübergreifend gearbeitet. In der Regel befand sich in jeder Gruppe ein Erzieher (Educator), Freiwillige und Praktikanten. In manchen Situationen waren es zu viele Praktikanten und Freiwillige und man hatte keine bestimmte Aufgabe. Leider hatten die Educator deshalb sehr wenig Zeit um uns gezielt auf die methodische Arbeit vorzubereiten. Im Nachhinein waren wir in der Einrichtung überwiegend keine pädagogisch arbeitende Mitarbeiter sondern kostenlose Arbeitskräfte die das private Unternehmen am Laufen halten. Denn ca. 70% der Mitarbeiter sind Praktikanten und  Freiwillige. Obwohl unsere Erwartungen enttäuscht wurden und die Zeit hier sehr anstrengend war gab es auch gute Seiten und Dinge die wir hier neu lernen konnten. Unter anderem hat man an der Stärke und dem Durchhaltevermögen gearbeitet und die Sprachkenntnisse in Spanisch und Englisch haben sich verbessert. Man kann durch die verschiedenen Kulturen empathischer gegenüber anderen sein und kann andere Denkweisen nachvollziehen. Man musste sehr flexibel in seiner Arbeit und dem Vorhaben sein. Durch die vielen unterschiedlichen Personen, Kulturen und Denkweisen musste man sich auf andere einstellen und hat dadurch neue Lösungswege gefunden. Dies hat die Selbstständigkeit stark gefördert und man lernt das zu schätzen was man in Deutschland alles hat.

Unter der Woche hatten wir durch die lange Hin- und Rückfahrt zur Arbeit sehr wenig Freizeit. Die Wochenenden hingegen waren immer sehr schön und man hat die Zeit genutzt, um sich berühmte Sehenswürdigkeiten ansehen oder am Strand entspannen zu können. Barcelona ist eine sehr interessante Stadt und es gibt viel zu sehen. Für jeden ist etwas dabei und man kann viel unternehmen. Die Tatsache, dass man nicht alleine in Barcelona war, war sehr gut da man sich in schwierigen Situationen unterstützen und helfen konnte. Letztendlich sind wir alle froh diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und möchten diese Zeit nicht missen. Auch wenn wir häufig verzweifelt, unzufrieden und traurig waren hat uns die Zeit in Barcelona stärker gemacht. Jedoch müssen wir sagen, dass für die nächste Gruppe mehr darauf geachtet werden sollte welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Man muss sich darauf einstellen, dass die Zeit sehr anstrengend wird und dass einem viele Steine in den Weg gelegt werden. Jedoch ist es eine unglaublich tolle Chance, die genutzt werden sollte!

Hiermit wollen wir  auch nochmal Frau Jensen und Herr Ziola für die Vorbereitung und diese einzigartige Chance bedanken. Unser größter Dank jedoch geht an Frau Nowak die sich stundenlang unsere Probleme und unseren Kummer angehört hat und uns bestmöglich unterstützt hat. Wir danken Ihnen für Ihr offenes Ohr, Ihren Aufwand und Ihrer Zeit und hoffen, dass Sie die Zeit auch ein wenig genießen konnten.

Zitate der Schüler(innen)

„Ich bereue es nicht diese Erfahrung gemacht zu haben und würde in meine Kiga-Gruppe zurückkehren. Ich war definitiv nicht das letzte Mal in Barcelona!“

„Ich habe die Herausforderung geschafft und das stärkt mein Selbstbewusstsein“

„Ich bin froh, dass ich es gemacht habe und Einblicke in die spanische Erziehung erhalten habe. Ich bin stolz auf mich es durchgehalten zu haben und würde diese Chance wieder nutzen. Dann allerdings in einer andern Einrichtung“

„Ich weiß jetzt was mir bei der pädagogischen Arbeit mit Kindern wichtig ist und habe gelernt mit schwierigen Situationen klarzukommen. Ich weiß die deutschen Standards jetzt mehr zu schätzen.“

„Man hat viele Erfahrungen gesammelt die einem in der Zukunft evtl. behilflich sein können. Ich habe neue Erziehungsmethoden kennengelernt.“

„Es hat mir Spaß gemacht da ich ein Teil des Teams war und mich selbst einbringen konnte. Ich habe mich weiterentwickelt und habe viel Neues gelernt.“

„Die Zeit in Barcelona war aufregend, schwierig und sehr schön. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Ich würde diese Chance auf jeden Fall wieder nutzen, würde aber nicht in meine alte Gruppe zurückkehren wollen.“

„Ich bin dankbar für die tollen Erfahrungen und Eindrücke, welche ich durch den Auslandsaufenthalt sammeln durfte. Jederzeit würde ich eine Gelegenheit wie diese erneut nutzen.“

Für Fragen sind wir immer offen und freuen uns wenn und interessierte Schüler ansprechen.

Viktoria Pak,  Nicole Domes, Vanessa Falcon, Hannes Krebs, Inga Dodenhoff, Svea Lente, Cheyenne Siegert (Alle FSP 15) und Svenja Brueske ( BFS 15.1)

 
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